Im Mai werden die Nächte kürzer und der Sternenhimmel ist noch fünf bis sechs Stunden zu sehen. Der Nachthimmel wird dominiert von den Frühlings- und Sommer-Sternbildern.
Zu Beginn des Monats endet die Dämmerung um etwa 22.00 Uhr und am Ende des Monats um 23.00 Uhr. Am Monatsanfang endet die Nacht erst um 4.30 Uhr Morgens während am 31.05 die Dämmerung um 3.30 Uhr beginnt.
In diesem Zeitraum ist es dunkel genug, um den Nachthimmel zu genießen. Der Nachthimmel wird dominiert von den Frühlings- und Frühsommer-Sternbildern. Vor Sonnenaufgang erscheint im Osten die Milchstraße mit den restlichen Sommer-Sternbildern.
Zu Beginn des Monats ist um 22.00 Uhr im Nordwesten noch das Sternbild Fuhrmann zu sehen, das mitten in der sogenannten "Winter-Milchstraße" liegt.
Dieser Teil der Milchstraße ist nicht so hell und deutlich erkennbar wie der Bereich, den wir im Sommer sehen.
Unsere Galaxie ist eine Spiralgalaxie und im Winter sehen wir hier den äußeren Teil eines Spiralarmes, in dem die Anzahl der Sterne immer geringer wird.
Unterhalb des Fuhrmann ist noch das Sternbild Zwillinge zu erkennen. Am dunklen Landhimmel sind die beiden Sternreihen der Zwillinge besonders gut zu sehen.
Unter den Zwillingen lässt sich für einige Monate noch ein letztesmal das Sternbild Kleiner Hund blicken.
Im Sternbild Kleiner Hund strahlt der helle Stern Prokyon, in einer Entfernung von nur 11,6 Lichtjahren.
Das Sternbild Krebs ist noch im Westen zu erkennen. Der Krebs folgt auf das Sternbild Zwilling.
In dieser Region befinden sich nicht sehr viele helle Sterne. In der Mitte des Sternbildes kann der Offene Sternhaufen M44, "die Krippe", ausgemacht werden.
Über dem Krebs befindet sich das ebenfalls sehr dunkle Sternbild Luchs.
An das Sternbild Krebs schließt sich dann das auffällige Sternbild Löwe an, dass den westlichen Sternenhimmel um diese Zeit beherrscht. Der Löwe zeigt uns am Nachthimmel das Frühjahr an.
Rund um die markante Struktur bietet sich ein Blick auf das Universum außerhalb unserer Galaxis. Hier sind im Teleskop sehr viele weit entfernte Galaxien zu sehen.
Über dem Sternbild Löwe befindet sich das Sternbild Kleiner Löwe. Das Sternbild wurde erst Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt.
Die fünf Sterne des Sternbildes sind nicht allzu weit von uns entfernt. Der Stern Praecipua ist ein Riesenstern in einer Entfernung von etwa 95 Lichtjahren Entfernung.
Über dem Kleinen Löwen ist dann das Sternbild Die Große Bärin zu sehen, die die Sternenanordnung des Großen Wagens enthält.
Die Große Bärin gehört zu den Sternbildern, die im Norden in der ganzen Nacht in der Nähe des Polarsterns zu sehen sind.
Der "Polarstern" ist ein Mehrfach-Sternensystem, das zum Sternbild Kleiner Bär gehört, bei uns besser bekannt als der Kleine Wagen. Der Polarstern steht immer an der gleichen Stelle am Nachthimmel.
Rund um das Sternbild Der Kleine Bär sind dem Uhrzeigersinn folgend die Sternbilder Drache, Kepheus, Kassiopeia, Giraffe und die Große Bärin die ganze Nacht zu sehen. Aus unserer Sicht drehen sich die Sternbilder um den Polarstern.
Das Sternbild Drache ist ein großes und ausgedehntes Sternbild, dass das Sternbild des Kleinen Bären umschließt.
Zu Beginn der Nacht steht ein Teil des Drachen oberhalb der Großen Bärin und schlängelt sich über den Nordhimmel.
Gegenüber davon, auf der anderen Seite des Polarsterns, steht das Sternbild Giraffe. Dieser Bereich ist eine sehr dunkle Region am Nachthimmel, die aber einige sehr weit entfernte Riesensterne beherbergt.
Über dem Drachen und der Giraffe erscheint ein Teil der Milchstraße, die um diese Zeit weit im Norden von Ost nach West verläuft.
Dort befinden sich drei Sternbilder mit Personen aus der griechischen Mythologie. Es beginnt im Westen mit dem Sternbild Perseus.
Im Sternbild Perseus sind viele Riesensterne und Überriesen zu beobachten. Diese Sterne sind die größten Sterne. Da Überriesen nur eine geringe Lebenserwartung besitzen, gibt es in unserer Galaxis bei geschätzten 200 Milliarden Sternen nur etwa 20 Millionen davon.
Daneben erscheint das Sternbild Kassiopeia. Das Sternbild ist aufgrund seiner markanten Struktur auch als das "Himmels-W" bekannt. Das Sternbild ist sicherlich am einfachsten am Nachthimmel zu finden.
Daran schließt sich dann das Sternbild Kepheus an. Die beiden Sterne Beta und Delta Cephei sind die Namensgeber von Sternen, die ihre Helligkeit regelmässig verändern.
Zu Beginn des Monats befinden sich dann ab 24.00 Uhr die späten Frühlings-Sternbilder im Mittelpunkt des Nachthimmels.
Östlich neben dem Sternbild Löwe sind im Norden die Jagdhunde zu sehen.
Unterhalb der Jagdhunde steht das nicht sehr helle Sternbild Haar der Berenike.
In diesem Sternbild befindet sich der Kugelsternhaufen M53. Er ist rund 58.000 Lichtjahre von uns entfernt. Auch im Sternbild Haar der Berenike sind zahlreiche Galaxien zu sehen.
Zu Beginn des Monats steht um 24.00 Uhr das markante Sternbild Bootes im Mittelpunkt des Nachthimmels.
Der erste Stern im Frühjahr und Sommer, der sich am Nachthimmel zeigt, ist der Stern Arktur im Sternbild Bootes. Er ist mit 36,7 Lichtjahren Entfernung der nächst gelegene Riesenstern. Ein Teil des Sternbildes sieht aus wie ein Drachen.
Neben dem Sternbild Bootes liegt als Halbkreis das Sternbild Nördliche Krone.
Die funkelnden Lichter sind zum größten Teil Doppel- und Mehrfach-Sternensysteme. Einige davon stehen so nahe beieinander, dass sie auch im Teleskop nicht getrennt zu sehen sind.
Unterhalb der Sternbilder Bootes und Haar der Berenkie befindet sich das Sternbild Jungfrau. Im Westen der Jungfrau sind sehr viele Galaxien zu sehen, u. a. auch der Virgo-Haufen.
Wer das Univerum außerhalb unserer Galaxis in seiner ganzen Schönheit sehen will, ist bei den Frühlings-Sternbildern gut aufgehoben.
Unterhalb der Sternbilder Löwe und Jungfrau stehen drei Sternbilder, die in der griechischen Mythologie gemeinsam in einer Kurzgeschichte vorkommen.
Von uns aus gesehen am südlichen Horizont zieht das langgestreckte Sternbild Wasserschlange seine Bahnen.
Mit den Sternbildern Becher und Rabe, die entlang der Wasserschlange stehen, sind die drei Sternbilder Teil einer griechischen Geschichte.
Zwischen dem Kopf der Wasserschlange und dem Becher hat der Astronom Johannes Hevelius ein weiteres Sternbilder eingefügt, dass Sternbild Sextant.
Zu Beginn des Monat steht um 2.00 Uhr Morgens neben dem Sternbild Jungfrau das Sternbild Waage. Zwischen den Sternbildern Jungfrau und Skorpion fällt es nicht auf, da es keine für uns sichtbaren sehr helle Sterne enthält.
Vor rund 4.000 Jahren bei den Sumerern stand die Waage für die Tagundnachtgleiche. Sie stellte auch die Waage der Steuereintreiber dar.
Vom Sternbild Skorpion sind in unseren Breiten nur die Scheren und der Riesenstern Antares zu sehen.
Bevor die Nacht endet haben zu Beginn des Monats um 4.00 Uhr Morgens die Sommer-Sternbilder Schlange und Schlangenträger den Nachthimmel erobert.
Durch die griechische Mythologie sind diese beiden Sternbilder miteinander verbunden, wobei das Sternbild Schlange vom Schlangenträger in zwei Teile getrennt wird. Die beiden Sternbilder bestehen zum größten Teil aus Riesensternen und Mehrfach-Sternensystemen.
Über dem Sternbild Schlangenträger steht das Sternbild Herkules. Der Mittelpunkt des Sternbildes ist ein Viereck, das den Asterismus "Keystone" bildet.
Von diesem Viereck entfernen sich dann die einzelnen Sternenreihen als Arme und Beine des Herkules. Auch das Sternbild Herkules besteht aus vielen Mehrfach-Sternensystem, sowie dem großen Kugelsternhaufen M13.
Noch vor Sonnenaufgang schiebt sich dann die Milchstraße von Osten in den Sternenhimmel. Sie hat sich zwischenzeitlich gedreht und steht nun von Nord nach Süd sichtbar am Morgenhimmel.
Impressum
Datenschutzerklärung